Frau Anna Sebestyen
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Tragödie in einem Aufzug von Richard Strauss (Salzburger Festspiele 2010, Großes Festspielhaus). Eine Produktion von UNITEL CLASSICA und Arthaus Musik
Elektra“, erklärt der Regisseur
Nikolaus Lehnhoff seine Interpretation
der Tragödie von Richard
Strauss, „ist von der Idee besessen,
den Mord an ihrem Vater zu rächen.
Agamemnon ist Zentrum und Dämon
ihrer ,idée fixe‘. Elektra lebt
ausschließlich in der Vergangenheit
und ist als Figur einzig in Verbindung
mit dieser Idee existent.
Durch diese absolute Fixierung auf
die Idee verkümmert der Mensch
zur Marionette – ein grausamer Akt
der Selbstaufgabe und des Identitätsverlustes.
Die Oper spielt in einem primär
von Elektra besetzten Raum, eine
Schaltzentrale ihrer Obsession. Sie
hat sich in ihrer Gedanken-Festung
geradezu eingemauert, ein Gehäuse,
das zugleich Schutzraum und
Falle ist. Es geht in dem Stück um
die Sichtbarmachung innerer Zustandsbilder,
um existenzielle Notstände
und Zwangssituationen.
Am Ende stehen Selbstbetrug und
Selbstzerstörung, die in einem
Totentanz kulminieren. Das Drama
endet mit derselben Grundproblematik,
mit der es begonnen hat.
Nur die Rollen wurden vertauscht.
Es gibt keinen Ausweg aus dem
Kreislauf des Verbrechens. Der
Fluch bleibt bestehen. Die Erinnyen
stehen vor der Tür.“
Dirigent: Daniele Gatti
Regie: Nikolaus Lehnhoff
Orchester: Wiener Philharmoniker
Dauer: 110 Minuten
Mit: Waltraud
Meier (Klytämnestra), Iréne Theorin
(Elektra), Eva-Maria Westbroek (Chrysothemis),
Robert Gambill (Aegisth),
René Pape (Orest)