DON GIOVANNI

Mittwoch, 12. August 2015 - Beginn: 20:00

Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart (Salzburger Festspiele 2014, Haus für Mozart – in italienischer Sprache). Eine Koproduktion von SERVUS TV und UNITEL CLASSICA

Lenneke Ruiten als Donna Anna, ein Opfer von Don Giovanni.
Lenneke Ruiten als Donna Anna, ein Opfer von Don Giovanni.
Regisseur Sven-Eric Bechtolf schreibt in den Reflexionen zu seiner Neuinszenierung von Mozarts Dramma giocoso: „In unserer vergleichsweise tabulosen und schamfreien Zeit, in der einst dringend gebotene Aufklärung zu profitabler Obszönität heruntergewirtschaftet wurde, hat es eine Theaterfigur wie Don Giovanni noch schwerer, verstanden und inszeniert zu werden als ohnedies. Es ist die scheinbare Nähe, die zu schwer aufklärbaren Verwechslungen führt. Dabei ist gegen den pornografischen Durchschnittswüstling des 21. Jahrhunderts Don Giovanni ein romantischer Held von metaphysischen Dimensionen. Søren Kierkegaard begriff ihn als eine Ur-Gewalt, dem Eros oder Dionysos verwandt. Die Freiheit, nach der es Giovanni dürstet, hat mit dem bürgerlichen Freiheitsethos und der bürgerlichen Freiheitsverwahrlosung unserer Tage nichts zu tun, sie streift sie nur. Sein Verlangen ist die Grenzenlosigkeit. Dagegen steht eine Welt der strengen Einteilung und Ordnung, der unüberbrückbaren Klassen- und Standesunterschiede, der Moral und der Religion, deren Verdrängungsprozesse erst durch die Begegnung mit Giovanni sichtbar werden.“

Besetzung

Dirigent: Christoph Eschenbach | Regie: Sven-Eric Bechtolf | Orchester: Wiener Philharmoniker | Dauer: 210 Minuten | Mit: Lenneke Ruiten (Donna Anna), Anett Fritsch (Donna Elvira), Valentina Naforniţa (Zerlina), Ildebrando d’Arcangelo (Don Giovanni), Luca Pisaroni (Leporello)