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Erfolgreich im Verborgenen

Intelligentes Gebäudemanagement in der Seestadt Aspern.

Siemens testet in der Seestadt Aspern ein intelligentes System, um den Energieverbrauch von Gebäuden zu optimieren. Das funktioniert automatisiert, ist auf andere Gebäude übertragbar und senkt die Energiekosten, ohne den Komfort der Nutzer zu beeinträchtigen.

Gebäudeoptimierung war bislang eine zeit- und kostenintensive Angelegenheit, bei der Experten ein Objekt auf Herz und Nieren untersuchten. Die dabei gefundenen Lösungen sind statisch und lassen sich nicht direkt auf andere Gebäude übertragen, sondern müssen jeweils neu ausgearbeitet werden. Siemens hat nun eine Lösung entwickelt, die intelligent, dynamisch und skalierbar ist und sich an das jeweilige Gebäude anpasst. Lukas Krammer vom Technologiefeld Networks and Communication bei Corporate Technology (CT) erläutert den Vorteil: „Der Anwender gibt die benötigten Parameter in die Software ein, beispielsweise welche Speicher und Energieanlagen im Gebäude vorhanden sind, den Rest erledigt das System selbstständig“.

Aktuell wird der Prototyp in den Forschungsgebäuden der Seestadt Aspern in Österreich erprobt. Das Siemens Desigo Gebäudeautomationssystem und das Building Energy Management System (BEMS) bilden dabei die Energiekontrollzentrale des Gebäudes. Während das Automationssystem den zuverlässigen Gebäudebetrieb sicherstellt, soll das BEMS die Energiekosten reduzieren, indem Eigenerzeugung in Photovoltaikanlagen, elektrische und thermische Speicherung sowie der Verbrauch bestmöglich aufeinander abgestimmt werden.

„Der bisherige Testbetrieb läuft sehr zufriedenstellend, ohne dass die Bewohner etwas davon bemerken. Es ist immer genügend Warmwasser und Heizenergie vorhanden“, sagt Krammer. Um dies zu gewährleisten, berechnen die Forscher den voraussichtlichen Energiebedarf und die selbst erzeugte Energie jeweils einen Tag im Voraus. Als Basis dafür dienen die Wetterprognose und das Nutzerverhalten. Auch zeitvariable Stromtarife werden berücksichtigt. „Anhand dieser Daten erstellen wir ideale Fahrpläne für das Gebäude, um Energie optimal zu verteilen, zu nutzen und zu speichern. Falls die Wettervorhersage nicht exakt eintritt oder der Verbrauch sich im Laufe des Tages verändert, versucht das System, diese Abweichungen automatisch auszugleichen und sich an die Vorhersage anzupassen“, erklärt der Gebäudeexperte.

Wirksame und einfache Lösung

Doch welche Einsparungen an Energie, Kosten und CO2 werden durch die Optimierung tatsächlich erzielt? Um diese Frage zu beantworten, erstellen Spezialisten von Building Technologies (BT) Simulationsmodelle für tatsächlich existierende Testgebäude. „Wir nutzen die realen Daten aus Aspern, um sicherzustellen, dass sich unsere Modelle genauso verhalten wie die echten Gebäude“, erläutert Bruno Illi von Building Technologies. Derzeit prüft das Team, ob es Auffälligkeiten im Basisbetrieb und im optimierten Zustand gibt. Die realen Daten aus der Testumgebung, kombiniert mit den Simulationsmodellen, sollen Aufschluss geben, wie effektiv die Optimierung ist. Ergebnisse dazu werden Ende 2017 vorliegen. Zudem wird die bestehende Softwarelösung weiter vereinfacht, um den Kosten- und Zeitbedarf für die Inbetriebnahme noch mehr zu reduzieren.

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