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Räumung mit Radiowellen

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RFID-Funksignale halten Schneefräsen der Rhätischen Bahn auf Kurs.

Auf der Berninalinie zwischen St. Moritz und Tirano in der Schweiz sorgt Radio Frequency Identification-Technologie von Siemens auf über 2.000 Metern Höhe für perfekte Schneeräumung. Die Rhätische Bahn (RhB) verwendet dafür auf der rund 60 Kilometer langen Strecke zwei gut zehn Meter lange und 31 Tonnen schwere große antriebslose Schneefräsen, die von einer Diesellokomotive bewegt werden. Sie können Schneekanäle zwischen drei und sechs Metern Breite freilegen. 

Fräsen nach Maß
Zwei Dieselmotoren treiben zwei nebeneinanderliegende und seitlich schwenkbare Räumungsaggregate an, die jeweils aus zwei übereinanderliegenden Fräswalzen bestehen. Deren Steuerung sowie die Fernbedienung der Schiebelokomotive erfolgt durch den Lokführer und den Fräser im Führerstand. Je nach örtlichen Gegebenheiten wie Kurven, nahe ans Profil heranreichende Felsen und Bahnsteigkanten sind auf Orientierungstafeln an Fahrleitungsmasten die Räummassen angegeben, die die Fräse einhalten muss. Zusätzlich zu den Orientierungstafeln setzt die RhB  auch auf Radio Frequency Identification-Technik – sie ist in der aktuellen Testphase in einer der beiden Schneeschleudern verbaut und dient der Standortbestimmung. Zudem sind die Orientierungstafeln mit RFID-Tags ausgestattet.

Bis zu 8.500 Tonnen Schnee pro Stunde
Die Schwierigkeit beim Schneeräumen mit den Fräsen besteht darin, die Breite des freigeräumten Kanals den öffentlichen Verhältnissen anzupassen. Denn trotz langsamer Fahrt von maximal 30 Stundenkilometern könnte die Fräse, die pro Stunde bis zu 8.500 Tonnen Schnee beseitigen kann, bei falsch eingestellter Räumbreite Schäden an Zäunen oder Zwergsignalen anrichten. Da die Sicht des Fräsers durch die meist nächtliche Arbeit und die beim Fräsen entstehenden Schneewolken sehr eingeschränkt ist, helfen die mit RFID-Tags ergänzten, streckenseitigen Orientierungstafeln in der Fahrbahn. Dabei erkennt ein Leser an Bord der Schneefräse die funkbasierten Wegmarken auf den Tafeln. Dazu gehören streckenseitig vier passive RFID-Tags Simatic RF620T pro Räumungszone, die mit einer Klemmvorrichtung in der Kehle einer Schiene montiert sind. Je zwei davon markieren entsprechend der Überfahrtrichtung den Anfang und das Ende der betreffenden Zone. Fahrzeugseitig ist unter dem Wagenboden eine RF660A-Antenne montiert. Dazu kommen ein Reader und ein Signalgeber, die im Führerstand angebracht sind. Der Reader erkennt die passiven RFID-Tags, und in der Führerkabine kündigen optische und akustische Signale die Vorbeifahrt am entsprechenden Streckenpunkt an. Der Fräser kann dann die Fräse passend einstellen.

Autor:
Claus Gerhalter

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