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Das Magazin für MitarbeiterInnen von Siemens Österreich

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Jubiläum

Werte für Jahrhunderte

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Siemens in Österreich feiert heute seinen 135. Geburtstag.

Siemens Österreich feiert Jubiläum: Die Geschichte unseres Unternehmens spiegelt 135 Jahre technische und gesellschaftliche Entwicklung wider. Das Unternehmen hat die auf Elektrizität aufbauende zweite Welle des Industriezeitalters ebenso geprägt, wie das Informations- und Kommunikationszeitalter.

"Seit 135 Jahren die Zukunft dieses Landes gestaltet"
Vor 135 Jahren hat im ersten Siemens-Büro in der Wiener Magdalenenstraße und kurz darauf in der ersten Werkstätte in der Apostelgasse eine beispiellose Erfolgsgeschichte ihren Lauf genommen. "Von der Beleuchtung und Elektrifizierung Österreichs bis zu den ersten seriengefertigten Elektrobussen Europas und der neuesten Generation der ÖBB-railjets steht Siemens immer an der Spitze der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes. Von wesentlicher Bedeutung für unseren Erfolg ist die tiefe lokale Verwurzelung von Siemens in Österreich“, erklärte Wolfgang Hesoun, Generaldirektor von Siemens Österreich, zum 135. Geburtstag. „Man kann ohne Übertreibung feststellen, dass Siemens gemeinsam mit Kunden, Partnern und einem großen Teil der österreichischen Bevölkerung seit 135 Jahren die Zukunft dieses Landes gestaltet.“

Am Anfang stand der Zeigertelegraf
Alles begann mit der Erfindung des Zeigertelefgrafen durch Werner von Siemens und mit der Produktion in dem gemeinsam mit Johann Georg Halske 1847 in Berlin gegründeten Unternehmen „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“. 19 Jahre später entdeckte Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip und legte so die Basis für den Einsatz der Starkstromtechnik. Das war der Grundstein für die Elektrifizierung und eine neue Welle der Industrialisierung. Für die Wirtschaft ergaben sich damit völlig neue Möglichkeiten. Als Folge des Siegeszuges der Elektrifizierung starteten die Firmengründer am 23. Oktober 1879 mit einem eigenen Wiener Büro von Siemens & Halske in der Magdalenenstraße. Zuerst nur als Reparatur- und Montage-Werkstatt , ab 1883 dann auch als Produktionsbetrieb für Eisenbahnsicherungsanlagen, Dynamomaschinen und Bogenlampen. Ende des 19. Jahrhunderts beteiligte sich Siemens in Österreich bereits an großen Elektrizitätsausstellungen in Wien und Steyr, baute die elektrische Bahn von Mödling nach Hinterbrühl, die elektrische Stadtbahn in Budapest und elektrifizierte das Wiener Straßenbahn-Netz. 1889 übersiedelte das Kabelwerk an den Standort der heutigen „Siemens City“ in der Wiener Siemensstraße.

Rundfunkempfänger und medizinische Geräte
Mit dem 1. Weltkrieg 1914 bis 1918 verschoben sich die Schwerpunkte der technischen Entwicklung in Europa. Doch das nach dem Krieg in viele unterschiedliche Staaten aufgeteilte Siemens Österreich war in unserem Land sehr erfolgreich. 1924 erfolgte der offizielle Start des österreichischen Rundfunks und 1930 gab es im Land bereits in 400.000 Haushalten Radio-Apparate. Siemens brachte den Protos-Rundfunkempfänger auf den Markt und eröffnete 1931 eine Rundfunkgerätefabrik in Budapest. Bereits 1928 hatte das Unternehmen mit dem Fernschreiber eine neue Epoche der Bürokommunikation eingeleitet. 1929, kurz vor der Weltwirtschaftskrise, waren bei Siemens Österreich 11.700 Menschen beschäftigt.

In den dreißiger Jahren wurden im Kabelwerk Floridsdorf Emaildrähte erzeugt und in der Hainburger Straße in Wien medizinische Geräte. 1935 fand die Eröffnung der elektrifizierten Tauernbahn von Schwarzach-St. Veit nach Spittal an der Drau statt. 1937 begann die Elektrifizierung der Westbahnstrecke - die Arbeiten an der Trasse von Salzburg bis Attnang-Puchheim wurden 1941 abgeschlossen.

Wirtschaftswunder und Boom der Elektro-Industrie
Nach dem Anschluss Österreichs an das deutsche Reich 1938 verloren die österreichischen Siemens-Gesellschaften ihre Selbstständigkeit und wurden zu Zweigstellen des Berliner Stammhauses. Dann kam der zweite Weltkrieg und nach seinem Ende die Teilung in Besatzungszonen, die auch Siemens Österreich hart traf: Wichtige Fabriken kamen unter russische USIA-Verwaltung, die Elektromedizin und Röntgentechnik der Reinigerwerke lag in der amerikanischen, die Siemens Bauunion in der französischen und die Siemens-Halske AG in der englischen Zone.

Mit dem Staatsvertrag wurden die Werke 1955 an Österreich zurückgegeben. Der Aufbau der
Infrastruktur und der Nachholbedarf bei privatem Konsum führten zu einem Boom der
Elektronikindustrie. Siemens produzierte beispielsweise Fernsehgeräte und stieg 1954 in die
Datenverarbeitung ein: Das Unternehmen begann den Bau von Computern mit Transistoren,
Magnetkernspeicher, Magnettrommelspeicher, Lochstreifenein- und ausgabe und
Blattfernschreiber. In den 60er Jahren erfolgte der Startschuss für die Entwicklung der
Mikroelektronik und in den 70ern kamen die ersten Mikroprozessoren und Speicherchips auf den
Markt. Im Zuge dieser Entwicklung wurde im Februar 1961 die spätere PSE (Programm- und
Systementwicklung) unter dem damaligen Namen "Zentralstelle für Forschung und
wissenschaftliche Arbeiten" (ZFW) gegründet. Am Standort Haidingergasse/Apostelgasse waren
damals 15 Mitarbeiter in diesem neuen Arbeitsfeld tätig.

Mikroelektronische Revolution
1971 entstand mit der Umstrukturierung der verstaatlichten Industrie die Siemens AG Österreich. Ein Jahr später wurde das Vertriebsgebäude in der Siemensstraße eröffnet und aufgrund der erreichten Größe des Unternehmens ein zweites Rechenzentrum errichtet. Schon 1970 hatte Siemens die Diodenproduktion in Villach gestartet – 1979 begann man dort die erste Waferfertigung und gründete 1980 das Entwicklungszentrum für Mikroelektronik.

In den 80er Jahren vollzog sich endgültig die mikroelektronische Revolution. Personal Computer,
Fax und Online-Vernetzung veränderten den Alltag und die Wirtschaft. Software wurde immer
bedeutender im Vergleich zur Hardware, Mobilfunk und Internet führten in eine neue Ära der
Kommunikation. Siemens erwarb Grund im dritten Wiener Bezirk an der Erdberger Lände für die
Errichtung einer neuen, modernen Fertigungsstätte für Produkte der Kommunikationstechnik.

Das Unternehmen wurde Mitgesellschafter der Österreichischen Gesellschaft für Weltraumfragen GmbH (ASA - Austrian Space Agency) und war an einigen Ausschreibungen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA - European Space Agency) erfolgreich beteiligt.

Neue Chancen
Die Ostöffnung der Neunziger brachte neue wirtschaftliche Chancen: 1994 erhielt Siemens Österreich die Verantwortung für das Geschäft in der Slowakei, Slowenien und Kroatien. Die Programm- und Systementwicklung bewährte sich weltweit in der Steuerungs- und Automatisierungstechnik sowie der Kommunikationstechnik. Wiens beliebte Tramway - die Niederflurstraßenbahn "ULF" (Ultra Low Floor) - mit der weltweit niedrigsten Einstiegshöhe wurde präsentiert und das Unternehmen erhielt den Großauftrag zur Lieferung der Hochleistungslokomotive „Taurus“.

Die ersten 14 Jahre des neuen Jahrtausends waren geprägt von der immer stärkeren Ausweitung der Geschäftsverantwortung für Länder in Mittel- und Osteuropa. In einem gemeinsamen Wirtschaftraum der heute 18 Staaten umfasst, setzte das Unternehmen auf deren Potenzial und dynamische Entwicklung. Im Kosovo baute Siemens Österreich beispielsweise das Telefonnetz weiter aus, ein Großauftrag der serbischen Telekom Srbija d.d. umfasste die Lieferung und Installation von EWSD-Vermittlungsstellen für 150.000 Teilnehmer. Das Zentralregister für die Slowakische Notariatskammer und der Aufbau des Citizen Identification Systems (CIPS) in Bosnien und Herzegowina waren weitere Aufträge aus Zentraleuropa. In Österreich selbst schuf das Unternehmen mit der Zusammenlegung verschiedener Wiener Standorte in der „Siemens City“ in Wien Floridsdorf beste Arbeitsbedingungen für seine MitarbeiterInnen. Das Hauptquartier von Siemens in Österreich wurde nach langer Planungsphase und drei Jahren Bauzeit 2010 eröffnet.

Smart Cities - die Städte der Zukunft
2013 erfolgte die Gründung der Aspern Smart City Research GmbH mit Siemens Österreich als Industriepartner. Die Entwicklung von innovativen Lösungen und Geschäftsmodellen für energieeffiziente Städte ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen im Unternehmen. In der Seestadt Aspern, einem der größten Stadtentwicklungsvorhaben Europas, kann ab 2015 mit Echtdaten an den Themen Energieeffizienz, Umwelt, Gebäudetechnik und intelligente Netze geforscht werden.

Mit der „Vision 2020“ und den Geschäftsschwerpunkten auf Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung beginnt nun wieder eine neue Ära. In diesen Wachstumsfeldern wird unser Unternehmen auch in diesem Jahrhundert die technologische Entwicklung und die Gestaltung der Welt von Morgen prägen.

Autor:
Claus Gerhalter



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