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Mobility


Automatisierung

Die Zukunft ist auf Schiene

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Arnulf Wolfram, Leiter Mobility Siemens AG Österreich; Sandra Gott-Karlbauer, Leiterin des Nahverkehrsgeschäfts von Siemens; Andreas May, Geschäftsbereichsleiter Steuerung Betrieb und Leiter der Zentralen Serviceleitstelle der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg. (Foto: David Pan)

Pressegespräch im Mobility-Werk Wien Simmering.

Bei einem Pressetermin heute Vormittag im Mobility-Werk in Wien Simmering sprachen Arnulf Wolfram, Sandra Gott-Karlbauer und Andreas May über die neuesten Entwicklungen im Schienenverkehr – das Motto: „Mobilität auf der Schiene – heute und morgen“.

"Hohe österreichische Wertschöpfung"
Bereits heute lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten.  Auch Wien verzeichnet bereits seit mehr als zehn Jahren die höchste Bevölkerungszunahme aller Bundesländer in Österreich. Derzeit leben rund 1,84 Millionen Menschen in der Bundeshauptstadt. Damit steigen auch die Passagierzahlen und viele Städte setzen deshalb verstärkt auf Automatisierungstechnologien: Das bringt kürzere Intervalle und optimierte Beschleunigungs-, Fahr- und Bremsvorgänge verbrauchen außerdem bis zu 30 Prozent weniger Energie. „Innovation in der Bahnindustrie heißt heute vor allem Innovation im Bereich der Digitalisierung. Denn die Digitalisierung erlaubt es, die dringendsten Bedürfnisse der Mobilität zu erfüllen: Maximale Verfügbarkeit und Durchsatz sowie ein Mehr an Reisekomfort. Zusätzlich ermöglicht ein IT-unterstütztes Wartungskonzept weitere Kostenoptimierungen und Effizienzsteigerungen“, erklärte Arnulf Wolfram. „Am Standort Wien Simmering sind wir bestens für weitere Aufträge gerüstet, die zudem eine hohe österreichische Wertschöpfung sicherstellen."

„Einziger Anbieter in Österreich mit Know-how für die gesamte Wertschöpfungskette"
Sandra Gott-Karlbauer betonte beim Pressegespräch: „Mit höchster Innovationskraft und weltweiter Erfahrung rüsten wir Fahrzeuge für den vollautomatischen Betrieb aus. Es gibt seit einigen Jahren einen klaren Trend zu vollautomatisierten Metrosystemen – wie Nürnberg oder auch Riyadh zeigen. Wir sind der einzige Anbieter in Österreich mit Know-how und Mitarbeitern vor Ort für die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung, Entwicklung, Engineering, Logistik, Rohbau, Oberfläche, Montage, Inbetriebsetzung und Service."

Fahren ohne Fahrer
Beim Projekt „Cargomover“ entwickelte Siemens bereits 2002 mit der RWTH Aachen einen vollautomatisch gesteuerten Gütertriebwagen. Heute ist die fahrerlose Zukunft bei U-Bahnen seit Jahren Wirklichkeit. Unser Unternehmen hat bereits über 300 Streckenkilometer in aller Welt mit dem automatischen Zugsicherungssystem Trainguard MT für den fahrerlosen Betrieb ausgerüstet und der Stadt Nürnberg 2008 eine der weltweit ersten computergesteuerten U-Bahnen übergeben.

Nürnberg: Die erste fahrerlose U-Bahn Deutschlands
„Gemeinsam mit Siemens als Generalunternehmen haben wir ein innovatives, sicheres und zuverlässiges Verkehrssystem auf die Schienen gesetzt. Die Verfügbarkeit und Fahrplantreue der Züge übertrifft mit über 99 Prozent unsere konventionell betriebenen, von Fahrern gesteuerten, U-Bahn-Züge auf der Linie U1“, erzählte Andreas May.

Von der Leitstelle aus überwachen die Disponenten den Betrieb und können sofort steuernd eingreifen, wenn es notwendig ist. Auch das Bahnsteigsicherungssystem entlang der automatischen U-Bahn-Linien habe sich laut Andreas May bestens bewährt. Es funktioniert lückenlos 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und stoppt im Ernstfall herannahende Züge umgehend.

„Im 100-Sekunden-Takt“
„Auch die Fahrgäste waren von Beginn an mit dabei und sind nach wie vor von dem engen Takt in Spitzenzeiten begeistert. Mit den automatischen Linien können wir im 100-Sekunden-Takt fahren. Unsere Kunden schätzen außerdem kleine technische Details wie die ausfahrbare Rampe an jeder Tür, die beispielsweise Rollstuhlfahrern das Einsteigen erheblich erleichtert. Zusätzlich fahren die U-Bahnen energieoptimiert, was die Energiekosten senkt“, so May weiter.


Mehr Leistung durch Automatisierung
Wie effektiv sich die Leistung einer Metro oder U-Bahn tatsächlich steigern lässt, hängt vom Grad der Automatisierung ab. Es gibt unterschiedliche Stufen der U-Bahn-Automatisierung, „automatisch“ heißt nicht immer gleich fahrerlos. Die Palette reicht von fahrerunterstützenden Funktionen für die Steuerung der Bremsen und die automatische Geschwindigkeitsregelung des Zuges über das automatische und präzise Anhalten in den Stationen, das Öffnen und Schließen der Türen bis hin zur möglichen Fernsteuerung und dem vollautomatischen U-Bahnbetrieb ohne Fahrer.

21.000 Fahrgäste pro Stunde
WLAN-basierte Steuerungssysteme stellen sicher, dass die Züge in Hauptverkehrszeiten im 90-Sekunden-Rhythmus verkehren und so über 21.000 Fahrgäste pro Stunde befördern können. Die enge Taktung ist möglich, weil Bremsweg und Geschwindigkeit der Züge ständig berechnet werden, ebenso wie der kleinstmögliche Abstand zum nächsten Zug. Gleichzeitig bestimmt das Steuerungssystem anhand des Streckenprofils, wie stark ein Zug beschleunigen muss, um die Distanz zum vorausfahrenden Zug bei niedrigstem Energiebedarf einzuhalten.

Siemens-Werk Wien Simmering
Im Werk für Schienenfahrzeuge in Wien-Simmering liegt die weltweite Geschäftsverantwortung für U-Bahnen, Straßenbahnen, Reisezugwagen und Elektrobusse. Das gesamte Know-how von Forschung und Entwicklung über Engineering und Fertigung bis hin zu Endmontage und Inbetriebsetzung ist hier gebündelt. Das Werk in Simmering ist einer der weltgrößten Siemens-Fertigungsstandorte und beschäftigt bis zu 1.000 weitere Unternehmen in Österreich.

Autor:
Claus Gerhalter

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