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Digital Factory / Process Industries and Drives


Digitalisierung der Pharmaindustrie

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Fotos: Gianmaria Gava
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Pressekonferenz in Wien Floridsdorf: Living Lab Process Industries

Das „Living Lab Process Industries“ in Wien ermöglicht die reale Demonstration von biotechnologischen Produktionsprozessen. Hier werden Forschungsthemen in Form von Projekten bzw. Case-Studies praxisbezogen umgesetzt. Vergangene Woche gab es im Vorfeld der Achema, der Leitmesse der Prozessindustrie, eine internationale Siemens Pressekonferenz im Living Lab in der Siemens City in Wien Floridsdorf.

Herzstück des Living Lab Process Industries ist eine Industrie 4.0 Pilotanlage für die Digitalisierung von Bioprozessen. Bioprozesse sind, etwa in der Pharmaindustrie, Basis für viele Produkte – der Grundstoff sind oft lebende Bakterien. Außerdem sind in der Pharmaindustrie die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und besonders hohe Qualitätsstandards von großer Bedeutung. Diese Kriterien wurden bisher meist erst nach der Produktion in standardisierten Verfahren überprüft. Das hatte im Fehlerfall zur Folge, dass die gesamte betroffene Charge nicht freigegeben wurde. Zudem war es oftmals schwierig, die Fehlerquelle zu eruieren – was wiederholte Verluste verursachen konnte.

Im Living Lab wird der physische, rein biologische Gärungsprozess in einem Digitalen Zwilling aus Daten exakt abgebildet. Dadurch wird er steuerbar, wiederholbar und dokumentierbar – was beispielsweise die Basis für die Zulassung von Medikamenten ist. Unternehmen die das beherrschen, haben erhebliche Vorteile gegenüber Wettbewerbern.

Produktion wird schneller und effizienter
Die digitale Transformation der Industrie ist in vollem Gange: Mit seinem Digital Enterprise-Portfolio hat Siemens die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung von Industrie 4.0 geschaffen. Damit können Unternehmen jeder Branche und Größe den digitalen Zwilling über die gesamte Wertschöpfungskette sofort einsetzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu erhöhen. „Mit dem Digital Enterprise können unsere Kunden ihre Produktion wesentlich flexibler und effizienter gestalten und ihre Produkte mit höherer Qualität schneller auf den Markt bringen als dies bisher möglich ist“, erklärte Eckard Eberle, CEO Siemens Prozessautomatisierung, bei der Presseveranstaltung in Wien. „Damit können sie aktuellen Herausforderungen in der Prozessindustrie erfolgreich begegnen: So steigt durch die wachsende Bedeutung der personalisierten Medizin beispielsweise die Nachfrage in der Pharmaindustrie nach digitalen Technologien, die eine kontinuierliche, papierlose Produktion in kleineren Chargen bis hin zur Losgröße 1 erlauben.“ 

Automatisierung gegen Krankheiten
„Wir haben zum ersten Mal die Chance mit innovativen autologen Zelltherapien Krebserkrankungen wirklich zu heilen, statt sie nur zu behandeln. Um dieses Ziel zu erreichen, benötigen wir völlig neue Lösungen für die Produktion, für das Datenmanagement und für die Logistikkette. Denn die für diese Zelltherapien notwendigen Medikamente müssen für tausende individuell zu behandelnde Patienten aus dem jeweils eigenen Zellmaterial möglichst schnell und gleichzeitig produziert und jedem Patienten zur Verfügung gestellt werden können. Erst die digitalen Technologien und intelligente, selbstlernende Automatisierungstechnik ermöglichen einen breiten, wirtschaftlich tragfähigen Einsatz dieser neuen Therapiemöglichkeiten“, erklärte Daniela Buchmayr, Group Director Innovation and Application Development at GEA CEE GmbH.

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