together.magazin

Das Magazin für MitarbeiterInnen von Siemens Österreich

together.magazin - Das Magazin für MitarbeiterInnen von Siemens Österreich

Corporate


Elektronisches Superhirn im Auto

E-Car denkt klar

Siemens rüstet Elektroauto von StreetScooter mit neuartiger Elektronik und Software aus.

Die zentrale Siemens-Forschung und der Elektrofahrzeughersteller StreetScooter rüsten künftig gemeinsam ein Elektroauto mit einer neuartigen Elektronik- und Software-Architektur aus. Die Technologie wurde im Rahmen des RACE-Projekts entwickelt. RACE ist ein vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördertes Forschungsprojekt, bei dem Siemens Konsortialführer ist. Damit wird es erstmals möglich sein – ähnlich dem "Plug & Play"-Prinzip am heimischen PC – Funktionen wie elektrisches Bremsen oder Systeme wie Spurhalteassistenten nachzurüsten. Bis Dezember 2014 wollen die Unternehmen im Siemens-Forschungszentrum München-Neuperlach die RACE-Architektur in einen elektrischen Lieferwagen integrieren. Ziel der Kooperation ist es, die neue Technologie erstmals in der Praxis zu testen.

Software wie beim Smartphone
Bei RACE (Robust and Reliant Automotive Computing Environment for Future eCars) geht es darum, die immer komplexer werdende Elektronik-Architektur von Autos deutlich zu vereinfachen. Heute sind in einem Mittelklasse-Fahrzeug oft über 70 verschiedene Steuergeräte verbaut, die alle untereinander vernetzt sind. Hinzu kommen mehrere tausend Teilfunktionen, die auf diesen Geräten ausgeführt werden und untereinander Daten austauschen. Bei RACE dagegen steuert eine zentralisierte Rechnerarchitektur das Auto – analog zu Technologien der modernen Luftfahrt, etwa dem "Fly by Wire". Mit einer solchen einheitlichen Software-Architektur lassen sich neue Funktionalitäten einfach und schnell entwickeln. Zudem können Software-Funktionen ähnlich wie bei Smart Phones auf das Fahrzeug "aufgespielt" werden – das reicht von Infotainment bis hin zu sicherheitskritischen Funktionen wie Fahrerassistenzsystemen. Auch autonomes Fahren wird so erheblich vereinfacht. RACE ermöglicht besonders Kleinserien-Herstellern, auf Kundenwünsche flexibel und schnell einzugehen.

Individuellere Autos bei geringerer Entwicklungszeit
"Wir glauben, dass RACE ein erhebliches Potenzial bietet und den Aufbau künftiger Autos revolutionieren könnte", meint Armin Schnettler, der bei Corporate Technology, der zentralen Siemens-Forschung, das Projekt verantwortet. "In Zukunft erwarten wir einen Einsatz von standardisierter Hardware und flexiblen Apps. Entwicklungszeiten werden deutlich reduziert, gleichzeitig steigt die Individualisierung – nicht nur in der Automobilbranche."

Autor:
Claus Gerhalter

Bewertung:
3,2 (1.847 Stimmen)
Ihre Bewertung