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Forschung bei Siemens

Einzelteile werden zu funktionierendem Ganzen

Cosima
iStock, Sergey Nivens

Neue Lösungen für automatische und systemübergreifende Produktkonfiguration.

Werden komplexe Systeme wie z.B. elektronische Stellwerke für Eisenbahnen geplant, arbeiten meist unterschiedliche Ingenieurteams an den einzelnen Produkten. Dabei verwenden sie verschiedene Methoden und Werkzeuge. Um diese Einzelteile zu einer vollständigen Anlage für einen Bahnhof oder eine Strecke zusammen­zubauen, müssen die unterschiedlichen Konfigurationstools miteinander interagieren. Kein ganz einfaches Unterfangen, denn bislang erfolgte dieser Datenaustausch über komplexe Schnittstellen: Daten müssen von einem Tool eingelesen und auf ein anderes überspielt werden, wobei wiederholt überprüft werden muss, ob die richtige Datenversion verwendet wird und ob die Daten keine Widersprüche beinhalten.

„Das ist ein zeitaufwendiges Verfahren. Hat der Kunde neue Anforderungen, beginnt dieser Prozess von vorne“, erklärt Alois Haselböck. Er gehört zu der Forschergruppe Configuration Technologies bei Siemens Österreich. Zusammen mit der Business Informatics Group der TU Wien arbeitet er daran, systemübergreifende Produktkonfiguration einfacher und schneller zu machen. Im Forschungsprojekt „COSIMO – Collaborative Configuration Systems Integration and Modeling“, gefördert von der Wirtschaftsagentur Wien, sollen die wissenschaftlichen Grundlagen dafür geschaffen werden.

Automatisierte Synchronisation

„Heterogenität, also das Problem unterschiedliche Daten zu integrieren, ist die Achillesferse in der EDV. Daran wird seit gut 40 Jahren gearbeitet“, weist Gerti Kappel von der TU Wien auf die Herausforderung hin. Ihr Team prüft, welche Technologien eingesetzt werden können und wie man sie verknüpfen muss, um Konfigurationstools automatisiert zu synchronisieren. „Wir kombinieren bestehende Tools wie z.B. constraint-basierte Konfiguratoren mit Semantic Web Technologien. Durch die Verknüpfung finden wir Übersetzungen zwischen den Technologien, die zur Problemlösung beitragen“, skizziert Universitätsassistent Manuel Wimmer die Vorgangsweise.

Erprobung in der Bahntechnik

Die Ergebnisse der TU Wien sollen in bestehende Konfigurationstools der Siemens-Forscher integriert und im Bereich Bahntechnik praktisch erprobt werden. Hierzu werden die Konfiguratoren der einzelnen Produkte zu einem übergeordneten Konfigurator­komplex zusammengefasst. Die Grundlage dafür bildet eine Wissensdatenbank, die die Spezifikation aller erforderlichen Einzelteile und möglichst alle Nebenbedingungen und Einschränkungen enthält. Je nach Benutzerwunsch kombiniert der Konfigurator die Teile dann fast automatisch zu einer korrekten und möglichst optimalen Lösung. Gelingt das Vorhaben, können sich Produktentwickler über ein userfreundliches Werkzeug freuen, das ihre Arbeit unterstützt und vereinfacht.

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