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Management / Corporate


Interview mit Wolfgang Hesoun

Living Lab aspern Seestadt

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Technologie-Kompetenz und Kundennähe sind die wesentlichen Assets unserer Siemens-Forschungsteams.

Anfang Oktober hat die neue Forschungsgesellschaft Aspern Smart City Research die Arbeit aufgenommen. Was bringt die Kooperation den Partnern Stadt Wien und Siemens?
Die Herausforderungen einer smarten Stadt der Zukunft sind nur durch die enge Zusammenarbeit von Behörden, BürgerInnen und Unternehmen zu bewältigen. In der Forschungsgesellschaft Aspern Smart City Research wird eine derartige Kooperation Realität. Das Stadtentwicklungsprojekt aspern Seestadt ist eine Gelegenheit, innovative Technologien in einer realen Infrastruktur zu entwickeln und zu bewerten, wieweit sie auf Akzeptanz bei den Bür-gerInnen stoßen. aspern Seestadt ist damit eine Form eines Living Lab. Siemens stärkt mit der Beteiligung daran den Forschungsstandort Wien und investiert in die Zukunft von lebenswerten Städten.

Welche Bedeutung hat Forschung für die Stadt Wien?
Um die Entwicklung des Standortes Wien langfristig auf Erfolgskurs zu halten, benötigt die Stadt Investitionen in den Bereichen Forschung, Innovation, Infrastruktur und Bildung. Gleichzeitig geht es dabei auch darum, dass der Übergang zum marktfähigen Produkt verbessert und in der Folge verstärkt Wertschöpfung für den Standort erzeugt wird. Aspern Smart City Research zielt genau in diese Richtung. Die Vertreter der Stadt Wien haben ausdrücklich betont, wie wichtig es ihnen ist, einem weltweit tätigen Konzern ein optimales Forschungsumfeld zu bieten. Wien ist sich der Bedeutung der Industrie als Wirtschaftsfaktor bewusst.

Wie beurteilen Sie den Nutzen für Siemens?
Für Siemens steht die Beteiligung an der Forschungsgesellschaft in direktem Zusammenhang mit konkretem, nutzbarem Output. Es werden Applikationen für sogenannte Smart Grids, intelligente Stromsysteme, und Gebäudetechnik entwickelt oder erweitert. Der Fokus liegt dabei auf energieeffizienten Lösungen. Die Themen Energieeffizienz und nachhaltige Stadtentwicklung sind für den Siemens-Konzern und die Konzernforschung aufgrund der globalen Megatrends von großer Bedeutung.

Wo liegen die Schwerpunkte der Forschung?
Im Mittelpunkt steht das Thema Vernetzung. Die zentrale Frage ist, wie Energieversorgung, Gebäudetechnik, intelligente Stromnetze und Informations- und Kommunikationstechnik optimal zusammenspielen können, um maximale Energieeffizienz zu erreichen. Siemens wird daher nicht an einzelnen Technologien und Produkten forschen, sondern wie diese in Kombination mit anderen Faktoren optimal funktionieren. Als Ergebnis streben wir Lösungen für ein intelligentes, energieeffizientes Gesamtsystem an. Software und IT stehen im Fokus. Themen, die Siemens in Zukunft in immer größerem Ausmaß beschäftigen werden. Schon jetzt sind bei Siemens 17.500 Softwareentwickler tätig. An der Realisierung des Projektes werden sowohl ein erfahrenes Forschungsteam am Standort Wien als auch Experten unseres internationalen Forschungsnetzwerks mitarbeiten.

Welche Rolle spielt Forschung und Entwicklung aktuell bei Siemens CEE?
Nur mit Forschung und Entwicklung kann Siemens langfristig auf globalen Märkten erfolgreich sein. Umfassende F&E- und Engineering-Aktivitäten sind die Voraussetzungen dafür, dass wir unsere Kunden dabei unterstützen können, komplexe Fragestellungen zu lösen und sich auf künftige Herausforderungen einzustellen. Dabei stehen für uns die Zusammenarbeit und der Know-how-Austausch mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft im Vordergrund, und wir konzentrieren uns auf Technologien, die einen hohen Effekt für künftige Geschäftsmodelle haben. aspern Seestadt ist ein gutes Beispiel dafür.

Gibt es weitere interessante Projekte in Siemens CEE?
Mit unserem Competence Center (CoC) Smart Grid Data Management spielen wir eine führende Rolle in Europa. Das CoC Urban Transport investierte zuletzt im Wiener Werk in eine innovative Lackieranlage. Im slowakischen Zilina wird das Team, das sich mit dem Engineering im Bereich Rail Automation beschäftigt, weiter ausgeweitet. Ein ungarisches Team installiert auf der ganzen Welt Windenergieanlagen. Die VAI arbeitet laufend an einer Steigerung der Energieeffizienz, Produktivität und Umweltfreundlichkeit von Stahlwerken.

Wie wirkt sich die aktuelle, schwierige Wirtschaftslage auf Forschung und Entwicklung im CEE-Raum aus?
Die F&E-Einheiten von Corporate Technology haben in CEE eine starke Basis. Wir haben gut aufgestellte Forschungsgruppen, deren Lösungskompetenz von den Kunden anerkannt wird. Gerade die Kombination aus Kompetenzen im jeweiligen Technologiefeld und der Nähe zum Kunden zeichnet unsere Teams aus. Forschungsorientierte Universitäten machen die Standorte noch zusätzlich attraktiv. Es gibt klare Wachstumspotenziale.

Interview:
Elisabeth Dokaupil

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