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Power Generation Services


Revolution in der Stromversorgung

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Kompetenzzentrum SeaFloat: Schwimmende Kraftwerke sparen Baufläche und punkten mit Flexibilität.

Das Siemens Kompetenzzentrum SeaFloat (Siemens Power Generation) hat es sich zum Ziel gesetzt, die Stromversorgung zu revolutionieren. Die Idee: Statt Kraftwerke an Land zu errichten, baut man sie auf Schiffe oder schwimmende Plattformen, sogenannte Barges. Damit sparen Betreiber wertvolle Baufläche, Straßen für den Transport der Kraftwerkskomponenten sind überflüssig. Schlepper ziehen die in einer Werft fertig bestückte Anlage auf ihrem schwimmenden Fundament übers Meer oder Flüsse hinauf.

Starke Leistung auf offenem Meer

Gasturbinen auf Schiffen und Bohrplattformen sind nicht neu. Allerdings waren sie bisher in der Leistung limitiert. Siemens stößt mit seinem Konzept in neue Sphären vor. Die ersten geplanten Anlagen werden mit Industrie-Gasturbinen wie der SGT-800 bestückt, die 140 Megawatt leistet. Sogar die großen Gasturbinen der Siemens SGT-8000H-Klasse sollen künftig seetüchtig werden. Als GuD-Kraftwerk sind bis zu 1200 Megawatt möglich. Sobald ein Kraftwerk angedockt ist, kann es mit Erdgas von Land aus oder mit flüssigem Erdgas von Schiffen aus versorgt werden. Dazu ist ein zusätzlicher Behälter nötig sowie eine Anlage, um den flüssigen Brennstoff in gasförmigen umzuwandeln.

Interessante Geschäftsmodelle

Das Siemens-Geschäft auf Basis dieses Konzepts wird der Bau seetauglicher Kraftwerke sein. Eine eigene Kraftwerksflotte plant unser Unternehmen nicht. Allerdings kann Siemens Financial Services mit 20 bis 30 Prozent bei potenziellen Betreibern einsteigen, sofern Finanzierungsbedarf besteht. Für die Kunden eröffnen sich auf diese Weise interessante Geschäftsmodelle. Sie können Kraftwerke kaufen oder sie über Leasing dem eigentlichen Betreiber zur Verfügung stellen, etwa um nach einem Krieg oder Naturkatastrophen den Wiederaufbau zu unterstützen oder als Back-up beim Ausfall eines Kraftwerks an Land. Energieversorger in Entwicklungsländern mit vielen Inseln oder langen Küsten haben die Möglichkeit, eigene Anlagen anzuschaffen, um langfristig die Infrastruktur aufzubauen. Dafür müssen sie keine großen Flächen an Land kaufen, und die Genehmigungsprozesse sind deutlich kürzer. Energieversorger in Industrieländern wiederum könnten mit Kraftwerken auf See klimaschädliche alte Kohlekraftwerke ersetzen. Die Stärke des SeaFloat-Konzepts ist seine Flexibilität. Für bestimmte Geschäftsszenarien in Gegenden, wo die Bodenpreise hoch sind, kann die schwimmende Version sogar kostengünstiger sein.

Bald soll der erste Auftrag für eine Barge, bestückt mit zwei SGT-800 Gasturbinen, unter Dach und Fach sein. Die Inbetriebnahme der schwimmenden Stromfabrik könnte bereits Anfang 2020 erfolgen.

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