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Energy Management / Building Technologies


Sprechende Häuser in der Seestadt Aspern

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Der Generaldirektor-Stellvertreter der Wiener Stadtwerke Peter Weinelt, Robert Grüneis (Geschäftsführer Aspern Smart City Research), Wolfgang Hesoun (CEO SAGÖ).

Aspern Smart City Research startet zweite Projektphase "ASCR 2023".

Bei einer Pressekonferenz gestern in Wien sprachen Wolfgang Hesoun (CEO SAGÖ), Robert Grüneis (Geschäftsführer Aspern Smart City Research) und der Generaldirektor-Stellvertreter der Wiener Stadtwerke (Peter Weinelt) über die Energiezukunft.

Gemeinsam mit der Stadt Wien forscht unser Unternehmen in der Seestadt Aspern an Smart City-Lösungen. Die Smart Buildings in Europas größtem und innovativstem Energieforschungsprojekt treten in der Projektphase „ASCR 2023" - dank 100 Forscherinnen und Forschern - in Dialog: Schwerpunkte der kommenden Programmperiode sind die weitere intelligente Vernetzung von Gebäuden, Netzen und Märkten, die bessere Erforschung von Wärmeabluftnutzung sowie die Fragen des smarten Beladens von E-Autos und deren mögliche Nutzung als künftige Energiespeicher.

 

„Ein Energieforschungsprojekt in dieser Größe und mit diesen Partnern ist in Europa einzigartig", betont Wolfgang Hesoun. „Aus den bisherigen Forschungsaktivitäten wurden bereits 15 prototypische Lösungen in den Bereichen intelligente Gebäude und Netzinfrastruktur entwickelt, sowie 11 Patente angemeldet. Darauf sind wir stolz. Im Forschungsumfeld der Seestadt finden wir die optimalen Bedingungen vor, um die neuen Technologien und Lösungen, die den Energieverbrauch von Gebäuden optimieren, in realem Umfeld anzuwenden."

Mehrsprachige Gebäude

Die Gebäude in der Seestadt stehen in laufendem Austausch mit verschiedensten Mess- und Kontrollstationen: Von thermischer und elektrischer Infrastruktur, über Wetterstation und Photovoltaikanlage am Dach, bis hin zu Speichern und intelligenten Netzstationen. „Unsere Gebäude sind wahre Meister der Kommunikation. Man könnte sagen, sie sprechen rund zehn verschiedene Sprachen – Tendenz steigend", erklärt Robert Grüneis, Geschäftsführer der ASCR. „Die Entwicklung von optimal aufeinander abgestimmten Erzeugungs- und Speicherkomponenten auf Basis erneuerbarer Energien innerhalb der Bauobjekte ist soweit abgeschlossen. Jetzt treten unsere Häuser in Dialog." Gemeint ist damit die Kommunikation mit Energienetzen und -märkten, wo Smart Buildings bei der Harmonisierung der Netzauslastung, indem sie punktuell Flexibilität zur Verfügung stellen, künftig eine große Rolle spielen werden.

Garagenluft sorgt für gutes Raumklima und Umweltschutz

Durch den smarten Einsatz von dezentralen erneuerbaren Energien können sowohl die Preisschwankungen von fossilen Brennstoffen abgefedert, als auch das Klima deutlich entlastet werden. Neben bekannten Maßnahmen – wie etwa Photovoltaikanlagen – kommen in der ASCR-Forschungsumgebung auch neuen Methoden zum Einsatz: beispielsweise die Nutzung von Wärmeabluft für Heizungen und künftig auch zur Raumkühlung. So wird im Wohngebäude die Garagenluft zur Heizung der 213 Wohneinheiten mittels Fußbodenheizung wiederverwertet. Alle Maßnahmen – von Photovoltaik, über thermische und elektrische Speicher, bis zu smarter Gebäudeleittechnik und Wärmerückgewinnung – eingerechnet, kommt es zu einer CO2-Einsparung von 71 Prozent gegenüber klassischen Gaskessel-Heizungen.

Elektroautos als Energiespeicher der Zukunft

In der kommenden Projektphase „ASCR 2023" stehen gesamt 17 „Use Cases" im Zentrum der Forschungstätigkeiten. Darunter der Umstieg auf Elektromobilität. Durch den Einsatz von dezentralen erneuerbaren Energien ergeben sich neue Chancen im Bereich der Ladung und Energiespeicherung bei Autobatterien. Dank „Smart Charging" werden Benutzer ihre Autos künftig – je nach aktuellem Energiepreis und Nutzerverhalten – intelligent laden können. Und in einem weiteren Schritt sollen Autobatterien als Speicher von Energie dienen, die bei Bedarf ins Netz eingespeist werden kann – „Vehicle to Grid".

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