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Power and Gas


Strom aus den Anden

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Siemens erweitert drei Kraftwerke in Bolivien – Projektleitung in Österreich.

Siemens erweitert und modernisiert drei bestehende Wärmekraftwerke des staatlichen bolivianischen Energieversorgers ENDE Andina SAM und baut sie zu industriellen Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerken aus. Einen entsprechenden Auftrag hatte sich Siemens bereits im Mai 2016 gesichert. In dieser Woche wurden die ersten beiden Gasturbinen aus dem Siemens-Werk im schwedischen Finspång verschifft. Die gesamte Projektabwicklung inklusive Projektmanagement, Logistik und Engineering erfolgt durch die Einheit Industrial Power Plant Solutions bei Siemens Österreich.

„Trend in Richtung dezentraler Energieversorgung“
„Am Markt für GuD-Kraftwerke in der Industrie, bei Kommunen, aber auch bei klassischen Kraftwerksbetreibern, zeichnet sich ein kontinuierlicher Trend in Richtung dezentraler Energieversorgung mittels kleiner Einheiten ab – so auch bei den drei Kraftwerken in Bolivien“, erklärt Generaldirektor Wolfgang Hesoun. „Die in Wien ansässige Siemens Geschäftseinheit für Industrial Power Plants ist in der Lage,  bestens auf die individuellen Anforderungen unserer Kunden einzugehen und den wachsenden Markt für kleinere, dezentrale Industriekraftwerkslösungen aus einer Hand zu bedienen.“ Das Leistungsspektrum umfasst Engineering, Lieferung, Montage und Inbetriebsetzung von schlüsselfertigen GuD-Kraftwerken auf der Basis von Industriegasturbinen zwischen 20MW und 60MW. Weitere Industriekraftwerksprojekte wickelt Siemens in Wien derzeit unter anderem auf Malta und in Israel ab.

Um zwei Drittel höhere Stromerzeugungskapazität
Der Gesamtwirkungsgrad der drei Anlagen  in Bolivien wird, je nach Höhenlage, von derzeit rund 38 Prozent  auf etwa 54 Prozent verbessert. Die Stromerzeugungsleistung der GuD-Kraftwerke Termoelectrica del Sur, Termoelectrica de Warnes und Termoelectrica Entre Rios wird durch die Erweiterung bis Ende 2019 um mehr als ein Gigawatt erhöht. Damit erweitert Bolivien seine Stromerzeugungskapazität um rund 66 Prozent.

Atlantik, Anden, Abenteuer
Zwischen Schweden und Bolivien werden die 87 Tonnen schweren Turbinen rund 40 Tage über den Atlantik unterwegs sein, bis sie den Panamakanal durchqueren. Weitere zehn Tage später werden sie im Hafen von Arica in Chile auf Spezialtransporter geladen. „Die große logistische Herausforderung hinter dem Projekt ist das Zusammenspiel vieler Komponenten – die Anzahl der Schwertransporte, das Passieren der Anden, die klimatischen Bedingungen, Straßenbedingungen, die nicht mit den unseren verglichen werden können, der weite Weg auf die Baustellen, sowie die limitierte Anzahl von verfügbarem Equipment“, erklärt Hermann Meyer, Leiter der Siemens Division Power and Gas in Österreich. Rund 400 Schwertransporte werden auf dem 1.800 Kilometer langen Landweg von Chile zu den Baustellen in Bolivien die Anden auf knapp 4.700 Metern Seehöhe überqueren.

Autor:
Claus Gerhalter

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