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Potenziale im gemeinsamen Wirtschaftsraum

Vision für Wachstum II

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Interview mit den Teilprojektleitern des Projektes "CEE 2020".

Mit dem Programm "CEE 2020" schaffen wir in unserem Unternehmen das Fundament für die nächste Generation in Zentral- und Osteuropa. Was dafür genau zu tun ist, erklären die Teilprojektleiter Beate Andres (Leitung Generalsekretariat), Georg Weiher (Generalsekretariat/Strategie), Kurt Hofstädter (Leitung Digital Factory), Bernhard Kienlein (Leitung Process Industries and Drives), Arnulf Wolfram (Leitung Mobility), Walter Sölle (Leitung Adriatic Region) und Peter-Roman Mayer (Leitung Human Resources). 


together.online: Im April wurde die Wachstumsinitiative "CEE 2020" zur Umsetzung der Siemens-weiten Vision 2020 gestartet. Was ist seitdem passiert?

Beate Andres: Am 27. April 2015 hatten wir das offizielle Kick-off des Projekts im Rahmen der jährlichen Strategiedurchsprache, den „Business Perspectives“. Ein derartiges Wachstumsprogramm kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn alle Einheiten des Unternehmens involviert sind. Das heißt, alle Divisionen und Länder waren aufgefordert, ihren Beitrag im Projekt zu leisten.

Georg Weiher: Um alle Aspekte für nachhaltiges Wachstum zu berücksichtigen, haben wir das Projekt in sechs Module strukturiert, die auf den Themen „Customer First“, „One Region“, „Entrepreneurship“ und „Local Value Add“ basieren.

together.online: Herr Dr. Hofstädter, Sie sind Module Lead für das Modul „Enhanced Market Exploitation“. Was sind Ihre Erwartungen und wie ist der Status Ihres Teilprojekts?

Kurt Hofstädter:
Voraussetzung für jegliches Wachstum ist die Transparenz unserer Märkte. Wir haben daher pro Division und pro Land im Detail analysiert, welchen Teil des Marktes wir gut kennen und herausgearbeitet, in welchen Bereichen wir unsere Marktkenntnis noch verbessern müssen. Darauf aufbauend haben die Divisionen gemeinsam mit den Ländern Hebel für kurz- bis mittelfristiges Wachstum identifiziert und konkrete Maßnahmen abgeleitet. Diese Wachstumshebel beinhalten zum einen Initiativen zur verbesserten Marktausschöpfung, sowie auch neue innovative Geschäftsmodelle.

together.online: Wie sieht es mit den divisionsübergreifenden Potenzialen aus?

Bernhard Kienlein:
Wir haben dieses Thema im Modul „Cross-selling & Siemens matters most“ auf drei Ebenen bearbeitet. Welches Potential steckt in den Zukäufen? In welchen Themen können wir durch divisionsübergreifende Zusammenarbeit den Markt stärker aus-schöpfen? Und was sind die optimalen organisatorischen Voraussetzungen dafür – Stichwort: Account Management?  Bei den Zukäufen haben wir nach wie vor eine Vielzahl an Produkten, die wir extern einkaufen, obwohl auch eine interne Zulieferung möglich wäre. Dort werden wir die Wertschöpfung von Siemens steigern. Vertriebsseitig haben wir Marktsegmente identifiziert, wie zum Beispiel Tunnels, die wir über die Divisionsgrenzen hinweg künftig gemeinsam noch besser bearbeiten werden. Um unsere strategisch bedeutenden Kunden noch effektiver zu betreuen, wird das Account Management nachgeschärft.

together.online: In der Vision 2020 wurde das Thema „Ownership“ betont. Haben wir in Hinblick auf die vorhin genannten Wachstumsthemen den erforderlichen Entscheidungsspielraum im Lead Country, um diese umzusetzen?

Arnulf Wolfram: Dieser Frage haben wir uns im Modul „Decision-making power“ gewidmet. Natürlich sind  „Ownership-Culture“ und Entscheidungsspielraum Hand in Hand zu sehen.   Höhere Freigabegrenzen im LoA-Prozess, abhängig vom Reifegrad der Länder, oder die Freiheit bei Personal und Investitionen innerhalb der vereinbarten Budgets agieren zu können, sind aus der Sicht unseres Moduls die zentralen Anliegen. Andererseits haben wir uns auch kritisch damit auseinandergesetzt, wo wir Geschäftsprozesse innerhalb von CEE noch vereinfachen könnten. Gerade in einer noch stärkeren regionalen Vernetzung der Länder unseres Wirtschaftsraumes sehe ich einen zentralen Erfolgsfaktor für das künftige Wachstum. Wir können es uns u.a. nicht mehr leisten, spezifisches Know-How in jedem einzelnen Land unserer Region vorzuhalten.

together.online: Stichwort Vernetzung - was bedeutet das Wachstum und die lokale Unternehmerschaft für unsere organisatorische Aufstellung in CEE?

Walter Sölle:
Vor einem knappen Jahr wurde die Adriatic Region als Prototyp für eine vernetzte Organisation, ins Leben gerufen. Der richtige Zeitpunkt also, um zu überprüfen, ob die ursprünglichen Zielsetzungen erfüllt worden sind. Wir haben bereits einige Funktionen, die erfolgreich länderübergreifend zusammenarbeiten, sodass Kompetenzen über die Ländergrenzen hinweg genutzt werden können. Durch diese Aufstellung in der Adriatic Region können Kundenpotentiale noch besser ausgeschöpft werden. Wir haben einiges erreicht, sind aber noch nicht am Ende des Weges angelangt.

together.online: Herr Mayer, welche Anforderungen stellt dieser Wachstumspfad an HR?

Peter-Roman Mayer:
Um ein nachhaltiges Wachstum sicherzustellen, ist es erforderlich, die notwendigen Schlüsselfunktionen im Unternehmen zu identifizieren und eine strukturierte Nachfolgeplanung zu gewährleisten. Aus diesem Grund haben wir im Modul „People Excellence & Care“ eine umfassende Analyse der Schlüsselfunktionen durchgeführt und werden für jede einzelne Funktion einen entsprechenden Nachfolgeplan ausarbeiten. Darüber hinaus werden wir flankierende Maßnahmen setzen, um für den erhöhten Personalbedarf aus den Wachstumsthemen die am besten geeigneten Personen zu  rekrutieren.

together.online: Das Projekt "CEE 2020" stellt ja auch die lokale Wertschöpfung in den Vordergrund. Was macht unseren Wirtschaftsraum in dieser Hinsicht so besonders?

Beate Andres: Wir haben in CEE hervorragende Voraussetzungen für Produktionsstätten und Kompetenzzentren. Gründe dafür sind die hohe Qualifikation und Ausbildung unserer Mitarbeiter, vergleichsweise geringe Lohnkosten in Südosteuropa, sowie langjährige Erfahrung in den Ländern. Aufgabe des Moduls „Local Value Add“ ist es, weitere Kompetenzzentren zu etablieren oder bestehende auszuweiten, sowie die Attraktivität unseres Standortes auch im Stammhaus verstärkt zu kommunizieren. Einen wesentlichen Teil in der lokalen Wertschöpfung stellt die Forschung und Entwicklung dar, die traditionell in CEE einen hohen Stellenwert hat. Im Rahmen des Moduls wurde eine CEE-Strategie für F&E entwickelt, die nun in Umsetzung begriffen ist. Das Besondere sind die sogenannten „Living Labs“, Forschungskooperationen gemeinsam mit den Divisionen und Kunden, in denen innovative Lösungen entwickelt werden. Prominentestes Beispiel hierfür ist sicher die Seestadt Aspern.

together.online: Was sind nun konkret die nächsten Schritte im Projekt?

Beate Andres:
Am 8. September wurden die vorläufigen Ergebnisse dem Vorstand präsentiert. Im nächsten Schritt folgt noch der offizielle Abschluss der Konzeptphase in einem "Steering Board"-Meeting mit Klaus Helmrich. Nun gilt es, die beschlossenen Maßnahmen rasch umzusetzen. Wir werden weiterhin in regelmäßigen Managementrunden den Fortschritt des Projekts verfolgen.
 
Georg Weiher: Das Projekt "CEE 2020" soll unseren Wachstumskurs für die nächsten Jahre sicherstellen. Wir wollen im kommenden Jahr unser Budgetziel übertreffen und mittelfristig die Grundlage für nachhaltiges Wachstum schaffen. Dafür zählen wir auf den Einsatz jedes einzelnen Mitarbeiters, um dieses ehrgeizige Ziel gemeinsam zu erreichen.

together.online: Vielen Dank für das Gespräch!

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