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Weichen für die Zukunft

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Die Vision 2020+ der Siemens AG

Am 1. August kündigte Siemens die Unternehmensstrategie Vision 2020+ an. Das Unternehmen wird mit drei Operating Companies und drei Strategic Companies eine neue Struktur erhalten. Mit der Übernahme von mendix wird das Digitalisierungsgeschäft ausgebaut und mit IoT-Integrationsservices entsteht ein neues Wachstumsfeld. Umsatz- und Margenziele wurden angehoben, wodurch einzelne Geschäfte zudem deutlich mehr unternehmerische Freiheit für beschleunigtes Wachstum erhalten.

Siemens stellt mit einer vereinfachten und schlankeren Konzernstruktur die Weichen für dauerhafte Wertschaffung durch beschleunigtes Wachstum und Stärkung der Ertragskraft. Kern der Unternehmensstrategie Vision 2020+ ist, den einzelnen Geschäften deutlich mehr unternehmerische Freiheit unter der starken Marke Siemens zu geben und damit den Fokus auf die jeweiligen Märkte zu schärfen. Außerdem ist geplant, mit Investitionen in neue Wachstumsgebiete, wie etwa den IoT-Services, dezentrales Energiemanagement oder infrastrukturelle Elektromobilität das Wachstumsportfolio zu stärken. Dazu wird auch der konzentrierte Ausbau der industriellen Digitalisierung beitragen, in der Siemens bereits jetzt weltweit führend ist. Damit sollen mittelfristig die jährliche Wachstumsrate des Umsatzes und die Gewinnmarge des Industriellen Geschäfts um jeweils zwei Prozentpunkte steigen. Das Ergebnis je Aktie soll mittelfristig stärker wachsen als der Umsatz.

Das im Jahr 2014 initiierte Strategieprogramm Vision 2020 ist größtenteils abgeschlossen – erfolgreicher und schneller als geplant. „Wir haben in den vergangenen vier Jahren hart gearbeitet. Fast alle Geschäfte sind heute deutlich ertragsstärker, die Kundenzufriedenheit ist auf einem Rekordniveau und unsere Digital Factory ist Marktführer in der Industriellen Digitalisierung“, sagte Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG.

„Der Aufsichtsrat unterstützt die strategische Weiterentwicklung und ist davon überzeugt, dass die Vision 2020+ ein hervorragendes Konzept ist, um Siemens aus einer Position der Stärke heraus schneller weiterzuentwickeln und für die nächste Dekade zu stärken“, sagte Siemens-Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe.

Oft würden notwendige Veränderungen solange vermieden, bis Unternehmen sichtbar in Schwierigkeiten gerieten. „Es wäre unverantwortlich, wenn wir uns jetzt auf den erreichten Erfolgen ausruhten“, kommentierte Kaeser weiter. „Die Geschwindigkeit und Mächtigkeit der globalen Veränderungen nehmen zu und wir haben die Pflicht, diese zu antizipieren. Wir sind davon überzeugt, dass nun die richtige Zeit ist, unsere Zukunft nachhaltig zu gestalten.“ Der Siemens-Vorstandschef bezeichnete die Digitalisierung, oft auch als die Vierte Industrielle Revolution beschrieben, als die größte Veränderung der Industriegeschichte.

„Nicht die größten Unternehmen werden überleben, sondern die anpassungsfähigsten. Deshalb werden wir das Verständnis für unsere Eigentümerkultur weiter ausbauen und unseren Geschäften deutlich mehr unternehmerische Selbständigkeit einräumen als bisher. Dazu gehört auch die direkte Zuordnung von geschäftsnahen Funktionen“, so Kaeser. Gleichzeitig vollziehen sich in den Absatzmärkten durch Megatrends wie Elektromobilität und dezentralisierte Energiesysteme große Paradigmenwechsel, die Siemens nutzen und aktiv mitgestalten will.

Siemens-CEO Kaeser ist überzeugt, dass die Vision 2020+ die Interessen aller Stakeholder miteinander verbinde: „Wir werden unsere Kunden noch schneller und kompetenter – nicht nur bei Digitalisierung – in ihren Zielen unterstützen und beraten können. Für unsere Mitarbeiter bedeutet das Siemens der nächsten Generation mehr individuelle Freiheit, Gestaltungsspielraum und Übernahme von Verantwortung. Unsere Investoren profitieren ebenso, weil wir den Geschäften alle Instrumente an die Hand geben, um in ihrem jeweiligen Marktumfeld die Besten zu sein. Ein noch stärkeres Siemens kann auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung besser gerecht werden“, erklärte Kaeser.

Neue Struktur: Mehr unternehmerische Freiheit – weniger zentrale Steuerung

Ziel der neuen Konzernstruktur ist eine größere unternehmerische Freiheit für die einzelnen Geschäfte. Dazu werden die Organisationsebenen der bisherigen Divisionen gestrichen, die Landesorganisationen für noch mehr Kundenorientierung neu geordnet und die Konzernzentrale schlanker aufgestellt. „Mit der Weiterentwicklung unserer Strategie bauen wir jetzt die nächste Generation Siemens. Weniger Steuerung durch die Zentrale und mehr Freiheit für die Geschäfte machen uns stärker und flexibler“, sagte Kaeser.

Unterhalb der Konzern-Ebene wird es künftig drei Operating Companies und drei Strategic Companies geben. Mit der Neuausrichtung fokussiert sich Siemens stärker auf seine Kunden und orientiert sich an den Erfordernissen seiner Branchen. „Die Zeiten, in denen wir Projektgeschäft-, Produkt-, Software- und Dienstleistungsunternehmen mit ihren unterschiedlichen Anforderungen zentral und effizient steuern konnten, sind vorbei“, sagte der Siemens-CEO.

Die neue Struktur tritt zum neuen Geschäftsjahr am 1. Oktober 2018 in Kraft. Die Umsetzung erfolgt schrittweise und soll bis 31. März 2019 abgeschlossen sein. In den drei neuen Operating Companies gehen die Divisionen Building Technologies (BT), Energy Management (EM), Power and Gas (PG), große Teile der Process Industries & Drives (PD) und Digital Factory (DF) auf. Die Business Units des Unternehmens werden ebenfalls neu und fokussierter aufgestellt und den drei Operating Companies zugeordnet.

Operating Companies

 

Gas and Power (GP)
  • Sitz: Houston / USA
  • CEO: Lisa Davis
  • COO: Tim Holt
  • CFO: Michael Becker
  • Das Unternehmen erwirtschaftet mit ca. 71.000 Mitarbeitern weltweit etwa 21 Milliarden Euro Umsatz und eine Gewinnmarge von rund neun Prozent (Geschäftsjahr 2017)
Smart Infrastructure (SI)
  • Sitz: Zug / Schweiz
  • CEO: Cedrik Neike
  • COO: Matthias Rebellius
  • CFO: Axel Meier
  • Das Unternehmen erwirtschaftet mit ca. 71.000 Mitarbeitern weltweit etwa 14 Milliarden Euro Umsatz und eine Gewinnmarge von rund elf Prozent (Geschäftsjahr 2017)
Digital Industries (DI)
  • Sitz: Nürnberg, Deutschland
  • CEO: Klaus Helmrich
  • COO: Jan Mrosik
  • CFO: Maria Ferraro
  • Das Unternehmen erwirtschaftet mit ca. 78.000 Mitarbeitern weltweit etwa 14 Milliarden Euro Umsatz und eine Gewinnmarge von rund 16 Prozent (Geschäftsjahr 2017)

Die CEOs der neu formierten Operating Companies bleiben unverändert auch Mitglieder des Konzernvorstands.

Zu den Strategic Companies zählen die voll konsolidierten Mehrheitsbeteiligungen Siemens Healthineers, Siemens Gamesa Renewable Energy sowie bis zum geplanten Vollzug des Zusammenschlusses mit Alstom die Mobilitätssparte von Siemens.

Die ehemalige Division Financial Services wird im Bereich „Service Companies“ zusammen mit „Global Business Services“ und „Real Estate Services“ geführt. Die Optimierung des Service-Portfolios soll zu einer deutlichen Effizienzsteigerung führen.

Im Bereich „Corporate Development“ werden neben der Konzernforschung unter anderem auch die kleinen und mittelgroßen Unternehmen („Small and Medium Enterprises – SMEs“) zentral geführt. Bei den SMEs handelt es sich zum einen um die zuvor in CMPA gehaltenen Beteiligungen und zum anderen um operative Geschäfte. Die operativen Geschäfte stammen im Wesentlichen aus der ehemaligen Division PD. Aber auch die zuvor in CMPA enthaltene „Siemens Postal Parcel & Airport Logistics“ sowie das Subsea-Geschäft der Division EM sind nun in SME enthalten. Circa 21.000 Mitarbeiter erwirtschaften in den SMEs aktuell rund fünf Milliarden Euro Umsatz. Der Jahresfehlbetrag lag im Geschäftsjahr 2017 bei über 300 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2023 sollen die SMEs eine Marge von fünf Prozent erwirtschaften. Die Leitung der SMEs wird Jochen Eickholt übertragen.

Die Konzernzentrale wird künftig deutlich schlanker und gibt Aufgaben und Mitarbeiter an andere Einheiten ab. Sie wird sich auf Kernaufgaben beschränken (Finanzen, Governance & Markets, Recht und Compliance, Personalwesen und Kommunikation).

Ausbau des Digitalisierungsgeschäfts

Mit der Übernahme von mendix sowie dem Einstieg in das Geschäftsfeld „IoT Integration Services“ baut Siemens seine Marktführerschaft in der Industriellen Digitalisierung konsequent aus. mendix ist Vorreiter und eines der führenden Unternehmen im Bereich der sogenannten „low code“-Programmierplattformen. Unter anderem können Apps mit Hilfe der mendix-Technologie bis zu zehn Mal schneller programmiert und implementiert werden. Dadurch können MindSphere-Kunden deutlich schneller und kostengünstiger eigene Apps entwickeln. Der Kaufpreis beträgt 0,6 Milliarden Euro. Der Abschluss der Transaktion wird – vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden – für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2019 erwartet.

Mit der neu geschaffenen Geschäftseinheit rund um das Thema „IoT Integration Services“ wird Siemens seine Kunden in Zukunft ganzheitlich bei deren digitaler Transformation begleiten. Auf der Basis von langjähriger Erfahrung in verschiedenen Industrien sowie führenden Technologien wie Künstlicher Intelligenz und Cyber Security plant Siemens Beratungs-, Design-, Prototyping- und Implementierungs-Services anzubieten. Der weltweite Markt für IoT‑Integrationsdienstleistungen soll bis zum Jahr 2025 um 10-15 Prozent wachsen. Siemens plant, bis 2025 rund 10.000 Mitarbeiter in diesem Geschäft einzustellen.

 

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