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Das "not-invented-here-Syndrom" überwinden

Open Innovation

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Grafik: Christina Lehner
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Michael Heiss, Foto: Gerhard Kaßner, Berlin

Fand Produktentwicklung und Innovation früher in erster Linie in Forschungs- und Entwicklungslabors statt, schließen sich Unternehmen und User heute weltweit zusammen, um Ideen auszutauschen.

Open Innovation, also Innovationsimpulse von außen einfließen zu lassen, erfordert aber einen tiefgehenden Änderungsprozess in der Innovationskultur eines Unternehmens.

„Das ‚not-invented-here-Syndrom’ ist tief in uns verwurzelt und nur schwer gegen ein ‚proudly found elsewhere’ zu ersetzen“, weiß Michael Heiss, bei der Siemens AG Österreich für Open Innovation und Scouting zuständig. „Open Innovation ist kein Stabstellen-Job, sondern eine Unternehmenskultur. Jeder Wissensarbeiter braucht ein klares Bild und die innere Überzeugung, in welchen Situationen es für das Unternehmen langfristig wertvoller ist, externe Kompetenz einzubeziehen. Haben die MitarbeiterInnen verstanden, dass dadurch ihr Wert für das Unternehmen gesteigert wird, haben sie verstanden, was Open Innovation bedeutet“, erklärt der Experte. „Viel persönliches Engagement, Fingerspitzengefühl und Unterstützung von Seiten der Führungskräfte ist notwendig, um einen Öffnungsprozess in der Innovationskultur voranzutreiben. Je besser der Nutzen einzelner Open Innovation Projekte verstanden wird, desto besser ist man gerüstet, um eine Open Innovation Strategie für das Unternehmen zu entwickeln“.

Freiwillige einbeziehen

Um einen solchen Prozess zu starten, gibt es unterschiedliche Herangehensweisen: als „Crowdsourcing“, bezeichnet man die Auslagerung von Aufgaben an eine Gruppe freiwilliger User, z. B. über das Internet. Ideenwettbewerbe zu bestimmten Themen, mit denen Impulse von außen oder aus anderen Abteilungen genutzt werden, sind eine Ausprägung davon. „Siemens hat zum Beispiel im vergangen Jahr einen „Smart Grid Innovation Contest“ ins Leben gerufen, bei dem Beiträge aus mehr als 100 Ländern gesammelt wurden. Daraus wurden Ideen für mehrere Projekte generiert, die nun in Kooperation mit Universitäten umgesetzt werden“, berichtet Heiss. Sucht man Lösungen für ein bestimmtes technologisches Problem, ist Technology Scouting angesagt. „Das ist die berüchtigte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen“, so Heiss. „Gerade kleine Startup-Unternehmen verfügen oft über spezielles Wissen. Die Kunst ist, unter weltweit Hunderttausenden Unternehmen das richtige zu finden.“

In großen Unternehmen gilt es eine Open Innovation Kultur auch zwischen den Abteilungsgrenzen zu fördern. Die Siemens AG verwendet dafür „TechnoWeb“, eine Unternehmens-interne Enterprise 2.0 Plattform mit dem Ziel, die technologische Zusammenarbeit über Abteilungs- und Ländergrenzen hinweg zu unterstützen. „Wir haben bei Siemens 1999 mit TechnoWeb gestartet, lange vor Facebook, das erst 2004 gegründet wurde“ erzählt Heiss nicht ohne Stolz. „Seit 2010 ist TechnoWeb weltweit bei Siemens im Einsatz und hat mehr als 35.000 Teilnehmer in mehr als 70 Ländern.“

Autorin:
Elisabeth Dokaupil

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