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Vernetzung in aspern Seestadt

Smart City

aspern Seestadt
Foto: Kurt Kuball

In der Seestadt aspern in Wien entstehen nachhaltige und innovative Lösungen für die Smart Cities der Zukunft.

„In den kommenden fünf Jahren wird die in Mehrheitsbesitz von Siemens und Wien Energie bzw. Wien Energie Stromnetz stehende Forschungsgesellschaft Aspern Smart City Research  GmbH & Co KG die Zukunftsthemen Energie, Umwelt, Gebäudetechnik und intelligente Netze im Zusammenspiel mit den Nutzerinnen und Nutzern in der aspern Seestadt erforschen“, so Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Renate Brauner beim Start des Forschungsprojektes im Oktober. „Dafür steht ein Budget von knapp 40 Millionen Euro zur Verfügung.“

Echtzeitlabor
Objekte der Forschung sind erstmals in Europa insgesamt drei unterschiedliche Gebäudekomplexe: Der Bildungscampus, ein Wohnhaus und ein Gebäude mit gemischter Büro- und Wohnnutzung. Die aspern Seestadt wird somit zum „Echtzeitlabor“, zum Living Lab. Dort wird Wissen gesammelt, ausgewertet und damit die Basis für künftige innovative Lösungsansätze und Technologien geschaffen.

„Mit der neuen Forschungsgesellschaft zeigen wir, dass es uns nicht um utopische Zukunftsvisionen und Gedankenspiele geht, sondern um gelebte Praxis. Die Kundin und der Kunde stehen im Zentrum: Wir möchten in Erfahrung bringen, was der Anspruch von morgen sein wird“, erklärt Marc Hall, Energievorstand der Wiener Stadtwerke. „Es geht aber auch um intelligentes Energiemanagement, intelligente Netze bzw. Smart Home-Lösungen, etwa wie konventionelle Energiequellen wie Fernwärme mit neuen dezentralen Lösungen optimal kombiniert werden können“.

Technologien intelligent vernetzen
Im Mittelpunkt steht das Thema Vernetzung: Die Forschungsgesellschaft wird nicht an einzelnen Technologien bzw. Erzeugungs- und Speicherarten (wie Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpe oder Fernwärme) forschen, sondern daran, wie diese in Kombination mit anderen Faktoren optimal funktionieren. Ziel ist mehr Intelligenz in das Gesamtsystem zu bringen. So können beispielsweise Sensoren die gespeicherte Wärme eines Gebäudes erkennen und wissen, wann das Gebäude tatsächlich auskühlt und wieder erwärmt werden muss. Dadurch ist es möglich mit den Daten und Wetterprognosen der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) einige Tage im Vorhinein den Heizbedarf individuell zu errechnen und das Gebäude energieeffizient zu führen.

Die Forschungsdaten speisen sich zu 90 Prozent aus dem Netz. 10 Prozent der Daten sollen aus Haushalten kommen. Mieterinnen und Mieter werden in Informationsgesprächen über die Möglichkeit an einem Forschungsprojekt teilzunehmen aufgeklärt und geben im Fall des Interesses Einverständniserklärungen ab. Schließlich gilt es, sorgsam mit den sensiblen Daten umzugehen. Dies geschieht in enger Kooperation mit den Wohnbauträgern und der aspern Seestadt.

Für Siemens bietet die Seestadt im internationalen Vergleich optimale Bedingungen. „Das Stadtentwicklungsprojekt aspern Seestadt ist eine gute Gelegenheit, innovative Technologien an einer realen Infrastruktur zu entwickeln und diese im Hinblick auf die Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern zu bewerten“, erklärt Dr. Wolfgang Heuring, Leiter des Siemens Research & Technology Centers. „An der Realisierung des Projektes werden sowohl ein erfahrenes Forschungsteam am Standort Wien als auch Experten unseres internationalen Forschungsnetzwerks mitarbeiten“.

Eine Forschungsgruppe, bestehend aus rund 20 Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen, wie zum Beispiel Energiewissenschaft, Netzwerktechnik aber auch Sozialwissenschaft, wird laufend im „Living Lab“ tätig sein. Nutzungsverhalten, das Zusammenspiel und die Vernetzung unterschiedlicher Technologien sowie Erzeugungs- und Speicherarten stehen hier im Mittelpunkt. Für Siemens steht die Beteiligung an der Forschungsgesellschaft in direktem Zusammenhang mit konkretem, nutzbarem Output. Es werden Applikationen für sogenannte Smart Grids, intelligente Stromsysteme und Gebäudetechnik entwickelt oder auch erweitert. Der Fokus liegt dabei auf energieeffizienten Lösungen für Städte in den Bereichen smarte Informationstechnologien, Smart Energy und Smart Building.

Aspern Smart City Research GmbH & Co KG
Beteiligte
Siemens AG Österreich
Wien Energie GmbH
Wien Energie Stromnetz GmbH
Wirtschaftsagentur Wien Beteiligungen GmbH
Wien 3420 Holding GmbH

Forschungsthemen
Intelligentes Energiemanagement
Dezentrale Energien und Gebäudemanagement
Smart Grids und Smart Meter
Niederspannungsnetze
Informationstechnologie
Usability/NutzerInnen-Verhalten

Autorin:
Elisabeth Dokaupil

Bewertung:
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