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Das Magazin für MitarbeiterInnen von Siemens Österreich

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Power and Gas


Strom in den Anden

Österreichisches Know-how treibt Energieversorgung in Bolivien voran. Eine Doku über die notwendigen Schwertransporte in extremem Umfeld ist jetzt im TV zu sehen.

In Bolivien erweitert Siemens drei Kraftwerke, die die Stromerzeugsleistung in dem Andenland um mehr als ein Gigawatt erhöht. Das ist eine Kapazitätssteigerung von rund 50 Prozent. Ziel der bolivianischen Regierung ist es, auch die angrenzenden Länder Südamerikas mit Energie versorgen zu können. Die gesamte Projektabwicklung inklusive Projektmanagement und Engineering verantwortet das Power&Gas-Team in Österreich. Auch die Logistik wurde von PG-Experten in Wien koordiniert.

400 Schwertransporte über die Anden

Insgesamt wurden 14 Gasturbinen SGT-800, 11 Dampfturbinen vom Typ SST-400 mit Kondensatoren, 22 Dampfgeneratoren, das Mess- und Regelsystem SPPA-T3000, 25 elektrische Generatoren und 25 Transformatoren an die drei verschiedenen Kraftwerksstandorte geliefert. Die Ausrüstung war über Land, Luft und Meer aus Schweden, China, Deutschland, Italien, Indonesien, Vietnam und das benachbarte Brasilien unterwegs. Rund 400 Schwerlasttransporte legten dabei tausende von Kilometern über den Atlantik und den Pazifischen Ozean zurück, überquerten die Anden, trotzten extremen Wetterbedingungen und rauem Gelände. Die Herausforderungen dabei waren vielfältig. Für den Auftrag wurde fast das gesamte Schwerlastequipment der Region benötigt.

Noch relativ einfach war es, die Turbinen, Generatoren und Kessel von den Produktionsstätten in Schweden und Korea per Schiff nach Südamerika zu bringen. Von den Häfen dort, Arica und Angamos, mussten die schweren Bauteile durch die Wüste und über die Anden nach Bolivien transportiert werden. „Eine große Herausforderung waren die Verkehrswege, von denen ein großer Teil keine Straßen in unserem Sinn sind, und vor allem die Brücken auf diesen Verbindungen,“ berichtet Marcus Körber, zuständig für die Logistik im Wiener Projektteam. Ein Großteil der rund hundert Brücken auf beiden Strecken war nicht für die Schwertransporte geeignet. Die meisten davon wurden mit zusätzlichen Stahlträgern gestützt. Einige konnte man umfahren, manchmal mussten extra Straßen aufbereitet werden. „Der Weg führte durch vier Klimazonen, durch die Atacama-Wüste, die trockenste Wüste der Erde, über die Anden auf 4680 Meter Höhe und wieder hinunter ins bolivianische Tiefland“, so Körber.

Hoch hinaus mit der Antonov

Noch höher hinauf ging es für die sechs vertikalen Durchlauf-Dampfgeneratoren für das Entre Rios-Kraftwerk. Das weltgrößte Flugzeug – die Antonov 225 – nahm die jeweils 150 Tonnen schweren Einzelmodule auf insgesamt 12 Flüge von Chile nach Bolivien mit.Die Transporte starteten im Juli des Vorjahres. Trotz der oft abenteuerlichen Verhältnisse sind nun alle Kraftwerkskomponenten ohne Zwischenfälle an ihren Bestimmungsorten angekommen und werden in den Kraftwerken Del Sur, De Warnes und Entre Rios verbaut.

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