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Corporate / Mobility


Bahn frei für die Wählscheibe

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Andreas Demmer, Lukas Mayer und Mehrdad Madjdi (v.l.n.r.)

Erfinder des Jahres: Preis für mobilfunkdurchlässige Zugscheiben aus Österreich.

Gestern Abend hat Siemens zwölf besonders findige Forscher als „Erfinder des Jahres 2018" ausgezeichnet. Sie sind zusammen für rund 590 Erfindungen und 589 erteilte Einzelpatente verantwortlich. Für eine ausgeklügelte Fensterbeschichtung, die den Mobilfunkempfang in Zügen erheblich verbessert, wurden drei Österreicher geehrt. Die Scheiben werden erstmals im Rhein-Ruhr-Express in Deutschland verbaut. Derzeit finden bereits Gespräche über den Einsatz bei weiteren europäischen Bahnbetreibern statt.

"Kostengünstig und nachhaltig"

„Wir haben nach einer Lösung gesucht, die für die Bahnbetreiber kostengünstig und nachhaltig ist“, erklärt Mehrdad Madjdi. Bisher werden meist Funkverstärker in den Wagen installiert, um das Signal zu verstärken. Diese Geräte sind aber teuer, verbrauchen viel Strom und müssen außerdem alle paar Jahre ausgetauscht werden. Die Hochfrequenzspezialisten von Siemens wussten bereits von Flugzeugen, dass Funkstrahlen bei bestimmten Anordnungen von Fenstern besser in die Kabine dringen. „Wir folgerten daraus, dass die Durchlässigkeit von den Abständen der Spalten in der Metallschicht abhängt, und haben Muster entwickelt, die per Laser herausgebrannt werden“, erklärt Lukas W. Mayer. Gemäß den Vorgaben der Erfinder wurden Prototypen gefertigt, die anschließend in einem Testwaggon der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ausprobiert wurden.

Signalstärke auf Teststrecken in Österreich analysiert

"Wir sind verschiedene Strecken in Österreich gefahren und haben dabei die Signalstärke mit acht Handys im Wagen gemessen und analysiert“, erklärt Andreas Demmer. Bestimmte Frequenzbereiche müssen die Scheibe gut durchdringen, andere hingegen stark gedämpft werden. Und weil Züge viele Jahrzehnte in Betrieb sind, muss der Frequenzbereich auch breit genug für künftige Mobilfunkstandards sein. „Die Kosten für den Einbau der Fenster ändern sich nicht“, erklärt Madjdi. „Das war bisher unser spannendstes Forschungsprojekt“, sind sich die drei einig. Sie mussten sich in viele technische Fachgebiete tiefer einarbeiten und hatten ganz klare Vorgaben hinsichtlich der Kosten.

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