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Corporate / Digital Factory


Der Nutzen von Netzen - Teil 2

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Kommunikation in der Produktionssteuerung ist grundlegend anders als in klassischer IT.

Klassische Informationstechnologie (IT; Office-Bereich: PCs, Drucker usw.) und der OT(Operational Technology)-Bereich (Prozesssteuerung, Automatisierung) unterscheiden sich grundlegend in der Auslegung ihrer Kommunikation. Während die klassische IT den Schwerpunkt auf Bandbreite und Vertraulichkeit legt, geht es in der Produktion besonders um Verfügbarkeit und Sicherheit. Das zieht unterschiedliche Anforderungen an Netzwerkkomponenten und -topologien nach sich.

Bei der Planung und Implementierung industrieller Netzwerke müssen die Unterschiede zur klassischen Informationstechnologie berücksichtigt werden, damit das Netzwerk später dem Anspruch in Bezug auf Anlagenverfügbarkeit und -erweiterbarkeit gerecht werden kann.

Beispiele für den Unterschied zwischen IT und OT

Datenfluss

Bis auf wenige Ausnahmen kommunizieren im Office-Bereich die Endgeräte zu einem oder mehreren Servern. Daher ist die Netzwerktopologie in vertikaler Richtung und auf hohe Bandbreite ausgelegt. Ausfälle einzelner Clients beeinträchtigen in der Regel nicht das Geschäftsergebnis und werden somit nicht als kritisch betrachtet. In der Automatisierung stehen die Maschine-zu-Maschine(M2M)-Kommunikation und die jeweilige spezielle Applikation im Mittelunkt. Alle beteiligten Endgeräte benötigen einen stetigen Datenaustausch. Schon bei zeitlich verzögerter Zustellung oder gar Verlust einzelner Daten kann es zum Stillstand der Anlage kommen, was einen direkten Einfluss auf das Geschäftsergebnis hat. In industriellen Kommunikationsnetzwerken muss die Signalübertragung deshalb innerhalb einer definierten Antwortzeit durchgeführt und abgeschlossen sein. Diese deterministische Auslegung der Kommunikation ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Automatisierungsnetzwerken und Standard-IT. Sie ist die Voraussetzung für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation.

Umgebung

Die Umgebungsbedingungen im industriellen Umfeld unterscheiden sich signifikant von den Klimabedingungen im Rechenzentrum oder im Büro. Industrielle Netzwerkkomponenten müssen daher auch in einem rauen Umfeld wie extremer Kälte oder Hitze, in explosionsgefährdeten Umgebungen oder in Umgebungen mit einem hohen Stoß- und Vibrationsaufkommen, wie etwa im Transportwesen, absolut zuverlässig funktionieren.

Personal/Service

Office-Komponenten sind bezüglich ihres Designs und ihrer Wartungs- und Servicefreundlichkeit in der Regel nicht auf die Anforderungen in einer Industrieumgebung zugeschnitten. Außerdem hat im industriellen Umfeld im Fehler- oder Servicefall die schnelle Wiederinbetriebnahme der Komponenten höchste Priorität. Dabei steht die Aufrechterhaltung der Produktionsprozesse im Mittelpunkt, wofür es Spezialisten braucht, die über Know-how sowohl im IT- als auch im Automatisierungsbereich verfügen.

Lesen Sie im dritten Teil der Artikelserie „Industrielle Kommunikation“, wie sich die Unterschiede zwischen IT und OT auf Safety- und Security-Strategien auswirken.

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