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Energie ohne Emissionen

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Weltweit größte "grüne" Wasserstoffpilotanlage erfolgreich in Linz in Betrieb gegangen.

Die derzeit weltgrößte Pilotanlage zur CO2-freien Herstellung von Wasserstoff hat am voestalpine-Standort in Linz erfolgreich ihren Betrieb aufgenommen und setzt damit einen internationalen Meilenstein in der Entwicklung neuer Möglichkeiten für die Energieversorgung.

Mit dem EU-geförderten Projekt „H2FUTURE“ erforschen die Partner voestalpine, VERBUND, Siemens, Austrian Power Grid, K1-MET und TNO die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff, der langfristig fossile Energieträger in der Stahlproduktion ablösen soll.

Minus 80 Prozent CO2: Dekarbonisierte Stahlproduktion

Als einer der Branchenvorreiter in puncto Umweltschutz verfolgt die voestalpine eine konsequente Strategie zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion. „Wir haben uns klare Ziele zur weiteren Direktvermeidung von CO2-Emissionen in der Stahlherstellung für die kommenden Jahre gesetzt. Mit der Inbetriebnahme der weltgrößten Wasserstoff-Pilotanlage an unserem Standort Linz ist ein wesentlicher Schritt gelungen, um diese Technologietransformation voranzutreiben“, so Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG. Vor dem Hintergrund der weltweiten Klimavorgaben prüft die voestalpine derzeit die Umsetzbarkeit einer Hybridtechnologie zwischen der bestehenden koks-/kohlebasierten Hochofenroute und mit grünem Strom betriebenen Elektrolichtbogenöfen unter teilweisem Einsatz von grünem Wasserstoff. Diese Option würde bei entsprechender Wirtschaftlichkeit nach heutigem Stand zwischen 2030 und 2035 die unternehmensspezifischen CO2-Emissionen um rund ein Drittel reduzieren. Langfristig strebt der Konzern an, den Einsatz von grünem Wasserstoff im Stahlerzeugungsprozess sukzessive zu erhöhen und so bis 2050 die CO2-Belastung um insgesamt mehr als 80 % senken zu können.

„Die wichtigste Voraussetzung für diese Szenarienplanung auf Basis von grünem Strom bzw. grünem Wasserstoff ist jedoch, dass erneuerbare Energie in ausreichender Menge und zu wirtschaftlich darstellbaren Preisen zur Verfügung steht. Nur so werden wir die zukünftigen Technologien auch tatsächlich wettbewerbsfähig betreiben können“, ergänzt Eibensteiner.

Siemens sieht Wasserstoff als essenziellen Baustein für eine klimaneutrale Industriegesellschaft

Die Erzeugung von grünem Wasserstoff erfolgt in Linz mittels Elektrolyse aus erneuerbarer Energie. „In dieser Anlage wird mit Hilfe von erneuerbarer Energie Wasser in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff gespaltet. Durch diesen Prozess schaffen wir ein enormes Potenzial zur Flexibilisierung und Dekarbonisierung des Energie- und Wirtschaftssystems“, erklärt Wolfgang Hesoun, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Österreich. Darüber hinaus kann die Elektrolyse noch als netzdienliches Element genutzt werden, um bei Bedarf Überschussenergie aus dem Netz zu nehmen, was bei steigenden fluktuierenden erneuerbaren Energien ein wichtiger Faktor ist. „Siemens fokussiert sich seit jeher auf saubere Energie: von Erzeugung über Verteilung bis zur Anwendung. Effiziente Technologien sind ein wesentlicher Baustein, um den Klimawandel mit seinen dramatischen Folgen einzudämmen“, so Hesoun.

Mit dem hochtechnologischen Kernstück der Anlage, dem Siemens Silyzer 300, werden mit einer Anschlussleistung von sechs Megawatt 1.200 Kubikmeter grüner Wasserstoff erzeugt. H2FUTURE ist ein wichtiger Meilenstein für den industriellen Einsatz von Elektrolyse – als Grundstein für zukünftige industrielle Anwendungen in der Stahlindustrie, in Raffinerien, in der Düngemittelherstellung sowie in weiteren Industrien mit hohem Wasserstoffbedarf. Damit ist die Basis für Projekte im großindustriellen Umfeld gelegt. Wolfgang Hesoun: „Wir freuen uns, diese neue Technologie im Rahmen des Projektes erstmals im Einsatz zu sehen. Dieses herausragende Projekt ist ein bedeutender Schritt in Richtung globaler Dekarbonisierung.“

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