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Nachhaltigkeit bei Siemens

"Nicht auf Kosten der nächsten Generation leben"

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Beate Andres, Leitung „Secretary General, Strategy“ und „Business Excellence“.

Wie "grün" Siemens ist, warum sich Nachhaltigkeit rechnet und wieso es sich auszahlt in das Wissen seiner MitarbeiterInnen zu investieren. Ein Interview mit Beate Andres, Leitung "Secretary General, Strategy" und "Business Excellence".



Nachhaltigkeit – also der bewusste und verantwortungsvolle Umgang mit unseren Ressourcen - ist in den letzten Jahren ein immer größeres Thema geworden. Was bedeutet der Begriff für Sie persönlich?
Für mich heißt das ganz einfach: Wir dürfen nicht auf Kosten der nächsten Generation leben, sondern auch unseren Nachkommen die Chance geben, in einer lebenswerten Welt zu leben und auch diese lebenswert zu gestalten.

Auf welchen Gebieten und durch welche Maßnahmen können wir das konkret sicherstellen?
Nachhaltigkeit hat verschiedene Facetten. Was aber in der öffentlichen Wahrnehmung sicher im Vordergrund steht ist der ökologische Aspekt: Beispielsweise die effiziente Nutzung von Energie, die zunehmende Einbindung von erneuerbaren Energieformen und letztlich auch ein verlustarmer Stromtransport und eine intelligente Verteilung. Mit umweltfreundlichen U-Bahnen wie dem zu 95 Prozent recyclebaren „Inspiro“, Windkraftanlagen für sauberen Strom und der energieeffizientesten Turbine der Welt für Gas- und Dampfkraftwerke ist Siemens hier stark aufgestellt. Mit neuesten Technologien aus unserem Haus verringerten Kunden von Siemens ihren Schadstoff-Ausstoß im Geschäftsjahr 2014 weltweit um rund 428 Millionen Tonnen CO2. Unter anderem auch deshalb wurde Siemens heuer im Dow Jones Sustainability Index als nachhaltigstes Unternehmen seiner Branche ausgezeichnet.

Welche ökologischen Nachhaltigkeitsmaßnahmen ergreift Siemens an seinen eigenen Standorten?
Beim betrieblichen Umweltschutz setzen wir auf Umweltmanagement, eine umweltfreundliche Firmenflotte und vor allem moderne Gebäudetechnik. Kennzahlen für den Energieverbrauch, Emissionen, Müllaufkommen und Wasserverbrauch werden quartalsweise erhoben und bei regelmäßigen Meetings entsprechendes Einsparpotenzial diskutiert. So gibt es etwa eine Zonenregelung bei der Heizung in der Siemens City mit der wir Energie sparen und eine Schweißrauchentstaubung zur Feinstaubreduktion in Graz Eggenberg. In der Siemens City in Wien werden die CO2-Emissionen mit innovativen Gebäudelösungen jährlich um rund 1000 Tonnen verringert. Das Siemens Hauptquartier in Österreich wurde dafür als erstes Bürogebäude in unserem Land mit dem LEED-Gold Zertifikat des „U. S. Green Building Council“ ausgezeichnet.

Wie ist der Nachhaltigkeitsgedanke aus Ihrer Sicht wirtschaftlich zu bewerten – rechnet sich eine „grüne“ Strategie?
Siemens Österreich wurde heuer im Oktober 135 Jahre alt und Nachhaltigkeit, im Sinne des ökonomischen Aspektes, ist schon immer ein wesentlicher Teil unserer Geschäftsstrategie gewesen. Wir investieren in Zukunftstechnologien und treiben Pionierprojekte voran, wie etwa Elektromobilität, Smart Grids und die Seestadt Aspern, wo wir neue Lösungen in realen Anwendungen bei einem der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas erproben können. Diese Projekte werfen vielleicht nicht immer sofort Gewinn ab, aber sie sind Teil unserer ökonomischen Zukunftssicherung und sorgen für eine langfristige Wertsteigerung des Unternehmens. Abgesehen davon erwirtschaften wir bereits jetzt rund 46 Prozent des Gesamtumsatzes der Siemens AG mit unserem Umweltportfolio.

Bei der Entwicklung von innovativen Lösungen für die Probleme der Zukunft braucht es besonders gut ausgebildete Fachkräfte. Was können wir tun, um die Menschen auf diese Herausforderungen vorzubereiten?
Eine weitere Komponente bei nachhaltigen Business-Konzepten ist die soziale Verantwortung. Hier spielt neben der Armutsbekämpfung und dem Schwerpunkt auf Diversity auch die Förderung von Bildung - speziell bei Kindern und Jugendlichen - eine wesentliche Rolle. Darum wollen wir SchülerInnen mit dem Bildungsprogramm Generation21 für naturwissenschaftliche Berufe begeistern. Oder mit der Discovery Box - einem Mini-Labor, das in Kindergärten verteilt wird – schon den Jüngsten einen spielerischen Zugang zu technischen Zusammenhängen ermöglichen. Junge Mädchen können sich jedes Jahr beim Töchtertag über das Ausbildungsangebot bei Siemens Österreich informieren und darüber hinaus gibt es verschiedene Kooperationen mit Universitäten, Fachhochschulen und HTLs.

Und wie fördert Siemens die MitarbeiterInnen im Unternehmen selbst?
Das mit Abstand Wichtigste, was man heute in Europa tun kann, um konkurrenzfähig und profitabel zu bleiben, ist in das Know-how der eigenen MitarbeiterInnen zu investieren. Denn von ihnen kommen die Innovationen, die unser Geschäft stärken. Die Siemens AG Österreich hat 2013 fast 170 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung sowie weitere 16,6 Millionen in die Ausbildung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesteckt – in die duale Ausbildung unserer mehr als 500 Lehrlinge, in das technische Projektmanagement und in den Vertrieb. Weil damit genau das Wissen entsteht, das unser wertvollstes Kapital ist.


Laut Statistik Austria sind aktuell acht von zehn Erwerbstätigen durch ihren Job gesundheitlich belastet. Was kann man aus Unternehmenssicht dagegen tun?
Gesundheit und Leistungsfähigkeit sind Schwerpunkte in unserem Unternehmen. Deshalb bieten wir neben einem betriebspsychologischen Dienst auch Stessmanagement-Seminare und eine Sozialberatung an. Es gibt im Zuge von „Fit for the Future“ ein breites Fitness-Angebot und gesunde Ernährung in den MitarbeiterInnen-Restaurants. Außerdem arbeiten wir laufend daran, das Arbeitsumfeld und besonders die Arbeitssicherheit zu verbessern – etwa mit dem „Zero Harm“-Programm zur Vermeidung von Arbeitsunfällen.

Autor:
Claus Gerhalter

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